Am kommenden Sonntag ist es wieder soweit. Der Engadin Skimarathon - für viele Langläuferinnen und Langläufer das Saison-Highlight schlechthin - steht an. Nebst allen Trainings und Vorbereitungen drehen sich diese Tage die meisten Gespräche um die optimale Skipräparation - ist ein gut laufender Ski auf der 42 Kilometer langen Strecke doch mitentscheidend für ein tolles Lauferlebnis und für viele ein wichtiger Faktor, um einen erfolgreichen Angriff auf die eigene Bestzeit zu wagen. Ein passender Moment für uns, die optimale Skipräparation etwas genauer unter die Lupe zu nehmen!
Als erstes muss der Skibelag gründlich gereinigt werden. Dafür wird ein Fiberlene- oder ein anderes, passendes Tuch mit Base Cleaner oder einem nicht zu aggressiven Waxremover benetzt und über den Belag gewischt. So werden oberflächliche Staub- und Schmutzansammlungen entfernt. Bei stärkerer Verschmutzung oder sehr trockenem Belag, kann der Ski mit einem Trainingswax eingebügelt und in warmem Zustand mit der Plexiklinge abgezogen und anschliessend ausgebürstet werden.
Danach folgt die erste Wax-Schicht, die sorgfältig und mit passender Hitze eingebügelt wird. Dieses erste Wax sollte nicht zu weich sein, da es als Grundlage für den Aufbau der weiteren Schichten dient und als Fundament entsprechend langlebig sein muss. Wir empfehlen dafür unsere hauseigene Mischung "Premix -2° / -15°C" von FZero. Diese Schicht kann, mit etwas zeitlichem Abstand, 2 bis 3 Mal eingebügelt werden, um den Belag tief zu sättigen. Nach dem letzten Bügelvorgang sollte die Auskühldauer mindestens 2 Stunden betragen. So lange braucht die Paraffin-Mischung, um ganz auszukristallisieren und maximale Performance zu erzielen.
Die Wahl des Waxes für jede weitere Schicht richtet sich nach den vorherrschenden Verhältnissen (Temperatur und Schneebeschaffenheit). Für grosse Rennen, wie dem Engadin Skimarathon, stehen in der Regel von allen Waxherstellern entsprechende Wax-Tipps zur Verfügung. Wichtig ist auch hier, dass jede einzelne Schicht nach dem Auftragen genug lange auskühlt, damit eine möglichst hohe Bindung mit den unteren Schichten erreicht wird.
Ein sehr wichtiger Punkt in der Skipräparation ist die Handstruktur. Je nach Schneebedingung hat diese einen grossen Einfluss auf die Gleitfähigkeit der Skis. Allerdings braucht es etwas Erfahrung im Umgang mit dem Strukturgerät und der Wahl der passenden Rolle. Bei der Handstruktur geht es ganz einfach gesagt darum, vorhandene und durch Reibung erzeugte Feuchtigkeit unter dem Ski so schnell wie möglich loszuwerden, damit sich der Ski am Schnee nicht ansaugt und dadurch langsamer wir.
Zu guter Letzt folgt der Finish mit Race-Produkten, die für eine möglichst hohe Performance sorgen. Mit den Waxen der neusten Generation hat sich gezeigt, dass bereits eine passende Schicht Flüssigwax für eine spürbare Steigerung des Gleitverhaltens sorgt, und dies über viele Kilometer. Entscheidend ist auch hier, das Wax vor dem Ausbürsten mehrere Stunden trocknen zu lassen, um die maximale Haftung und Lebensdauer zu erreichen.
Über diese Flüssigwax-Schicht kann mit einem letzten Arbeitsschritt ein Race-Spray aufgetragen werden. Dieses sorgt für höchstmögliche Gleitfähigkeit, bereits ab den ersten Metern nach dem Start. Allerdings ist bei der Verwendung von Sprays Vorsicht geboten. Bei passenden Schneeverhältnissen bewirken sie sprichwörtlich wunder, bei Neuschnee und sehr trockenen Bedingungen hingegen können sie einen negativen Enfluss haben und sogar bremsend wirken!
Fazit: Die Präparation eines möglichst perfekten Skis ist keine Hexerei, braucht aber etwas Erfahrung, die Wahl des richtigen Wax und vor allem Geduld, die einzelnen Schichten nach dem Auftragen genug lange ruhen zu lassen! Für Rennen lohnt es sich, die Wax-Tipps der verschiedenen Hersteller zu beachten oder, wer die Möglichkeit hat, die Skis selber vor Ort zu testen. Natürlich stehen wir Dir mit unserer routinierten Service-Crew gerne zur Seite und Übernehmen die gesamte Vorbereitung Deiner Skis - damit Du Dich voll und ganz auf Dein Rennen konzentrieren kannst!





